Chronik von Ida Niggli und Arthur Niggli

ein kleiner und unvollständiger Einblick

Ida Niggli

Ida Niggli

Ida Niggli wurde am 27.12.1921 in Teufen geboren. Sie wuchs in Teufen auf. Sie war ab 1950 Lektorin (lange Zeit Alleinlektorin) und Übersetzerin im Verlag Niggli. 1957 übersetzte sie Hans Richters Beiträge im Buch: Dada Monographie einer Bewegung. Ida war Autorin, sie schrieb über das Appenzellerland, die Kunst und auch Dialektbücher.
Die Galerie Eröffnung???? Die erste gesicherte Information ist, dass 1962 eine Ausstellung in der Galerie Ida Niggli stattfand. Die Künstlerin war Hanna Lipschitz (1. Gattin von Willy Verkauf – André Verlon).
Ida war 10 x Ausstellerin an der Art Basel mit ihrer Galerie. 1967 ermutigte Ida Niggli, Albert Manser zum hauptberuflichen Malen. Sie erleichterte ihm die Entscheidung mit einer Abnahmeverpflichtung für seine Werke und einem anfänglichen Fixlohn. Ida war felsenfest überzeugt von Albert Manser! Wie so oft behielt sie Recht. Galerie Ida Niggli war Alleinvertreterin (Weltweit) von Albert Manser und J. B. Waldburger. Galerie Ida Niggli war Exklusivvertreterin (Schweizweit) für Jan Balet und Vincent Haddelsey.

Arthur Niggli

Arthur Niggli wurde am 15.06.1923 in der Stadt Zürich geboren und wuchs auch dort auf. Sein Vater war Kaufmann. 1944 war er bereits Verlagsleiter bei Zollikofer dort lernten Ida und Arthur sich kennen. Ida war seine Sekretärin. 1950 eröffnete er seinen Verlag, in 37 Jahren Arbeit veröffentlichte er über 250 Bücher. Schwerpunkte waren Kunst, Typographie und Architektur. Jedoch wird bei genauer Betrachtung schnell klar, dass Ida und Arthur Niggli nicht so schnell in eine Schublade passen. Da ihre Interessen sehr breit gefächert waren, ist es auch beim Verlagsprogramm so. Vom Kochbuch über Ikebana zu Werken über Musik hatte wirklich vieles Platz. Arthur Niggli erhielt die Ehrenmitgliedschaft vom Architektenverband FSAI. Dank seiner zahlreichen Bücher über Architektur und nicht zuletzt wegen der archithese. In den 50er Jahren wurde Arthur Niggli in den Schweizerischen Werkbund SWB aufgenommen. Was auffällt, ist dass er immer wieder mit Willy Verkauf  (André Verlon) und Gerd Hatje zusammen gearbeitet hat. 1988 erlitt mein Grossvater einen Hirnschlag, der sein Sprachzentrum schwer schädigte. Leider lernte er nicht mehr richtig sprechen. 1988 wurde dann der Verlag Arthur Niggli verkauft, an Herrn Waldburger.

Arthur Niggli

Ida und Arthur 2, 3 Episoden

Ida und Arthur Niggli hatten einen sehr guten Riecher und waren ihrer Zeit etwas voraus. Viele ihrer Arbeiten wurden erst im Nachhinein verstanden/(an)erkannt.

Ida war auf der schwarzen Liste der Nazis.

1953 erstes deutsches Ikebana Buch, wurde von allen Seiten belächelt, daraus entstand aber ein richtiger Trend. Meine Grosseltern wollten ein neues Haus in Teufen bauen. Schlussendlich waren sie vor Bundesgericht. Ich wusste lange nicht, dass sie dort Recht erhielten, denn ihr Haus bauten sie nie. (Hierzu gibt es ein spannendes Kapitel im Buch „Ortsgeschichte Teufen“ zu beziehen bei der Gemeinde Teufen). Meine Grosseltern kauften dann den wunderschönen Böhl 508 in Niederteufen, von Ida’s Tante Emmeli.

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Böhl 508

1953 bekamen Arthur und Ida eine Tochter, Gabriela Niggli.

Über Lampenfieber, Streitereien, Zivilcourage und Herzlichkeit müsste ich eigentlich auch noch etwas schreiben. Ich lass es trotzdem und denke es sei an dieser Stelle einfach erwähnt.

Die Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden hat leider auch einige Lücken bei der Sammlung Niggli. Denn ein früherer Kantonsbibliothekar, der den gesetzlichen Sammelauftrag hatte, machte seine Arbeit nicht, spezifisch auf Niggli’s Arbeiten.

Deshalb besteht Interesse an Fakten und Informationen von früher (vor 1992). Sie können mir gerne eine E-Mail schreiben, diesbezüglich.

Ein paar wenige Veröffentlichungen im Arthur Niggli Verlag bis 1988 (Verkauf)

Viele sind gleichzeitig auch bei Hatje heraus gekommen.

-1950 Arthur Niggli (Redakteur bei Zollikofer). Die Gallusstadt. Verlag Zollikofer, St. Gallen
-1951 Geschichte der Erotik. Carl van Bolen
-1953 Ikebana. Hiroshi Ohchi. Übersetzung Ida Niggli. Erstes deutschsprachiges Ikebana Buch
-1954 Öser Gattig Lüüt Zeä Gschichte n im Appezeller Dialekt. Heinrich Altherr (Verlag A. Niggli und Willy Verkauf Teufen)
-1953 der Mensch und seine innere Welt. Albert Hochheimer
-1953 Kurt Blaukopf. Grosse Dirigenten. Verlag: Teufen, St.Gallen, Bregenz, Wien, Niggli und Verkauf
-1954 verlegte er die erste deutschsprachige Monographie über Paul Klee.
-1954 Geschichte der Juden von den Anfängen bis zum neuen StaateIsrael. Cecil Roth
-1954 Internationales Plakatjahrbuch 1953/54 (Pub. by A. Niggli & W. Verkauf Teufen) 1. Ausgabe im Verlag Niggli
1971 15. Und letzte Ausgabe
-1954 Walter Gropius. Mensch und Werk
-1955 Picasso: Das graphische Werk/ einl. Und Auswahl: Bernhard Geiser. Biographie und Dokumentation: Hans Bolliger
-1956 Geschlecht und Geschichte. Sexualität im Wandel von Kultur und Kunst. Klimowsky, Ernst Werner
-1956 Alpstein- Land und Leute. Herbert Maeder/Walter Zuberbühler
-1956 Mies Van Der Rohe. Philip C. Johnson
-1956 Kriki, das tapfere Entlein. Steiner/Jaruska. Lizenzausgabe A. Niggli und W. Verkauf Teufen AR
-1956 Asphalt im Zwielicht. Peter Lehner/Martin Glaus
-1956 Pablo Picasso, Suite Vollard. Einleitung Hans Bolliger
-1956 Bolke der Bär ( aus dem Niederländ. M. Neidl. Niggli & Verkauf
-1957 Schiff nach Europa. Markus Kutter (Schönstes Schweizer Buch)
-1957 Marc Chagall. Das graphische Werk. Einl. Und Auswahl: Franz Meyer/ Dokumentation: Hans Bolliger
-1957 James Ensor. Paul Haesaerts
-1957 ist in den Verlagen Niggli, Teufen, und Hatje, Stuttgart, die Monographie «Hans Arp» von Carola Giedion-Welcker erschienen.
-1957 Dada Monographie einer Bewegung
-1957 Mexikanische Graphik. Armin Haab
-1957 Musikführer Wien, Entdeckungsreise in der Hauptstadt. Blaukopf/Singer. Photos Maeder/ Zeichnungen Tschumper
-1958 Joan Miró. Das graphische Werk. Einl.: Sam Hunter (Übers. Aus dem Englisch: Robert Schutzler
-1958 Max Bill. Rob Gessner/Eugen Gomringer
-1958 Toggenburg, Herbert Maeder
-1959 Marc Chagall. Mein Leben
-1959 Jazzwelt. Hopfen & Malz Pils, Bock, Ale und Co. Hentoff/Stock
-1959 Markus Kutter & Karl Gerstner. Leser gesucht für die Zukunft des Werks
-1959 Spielplatz und Gemeinschaftszentrum. A. Ledermann/A. Trachsel
-1959 Schweizer Bauernhäuser. Ida Niggli/Herbert Maeder
-1960 S’Berteli ond de Choret. Ruedi Bannwart/Ida Niggli
-1960 Antonio Gaudi von Sweeney/Sert.
-1960 Phantastische Architektur. Ulrich Conrads/Hans G. Sperlich
-1961 Gestaltungsprobleme des Grafikers. Josef Müller-Brockmann
-1962 Die Katzen vom blauen Himmel. Herbert Maeder/Ida Niggli
-1963 Programme entwerfen. Karl Gerstner
-1963 Gedichte am Rand. Kurt Marti (Köln: Kiepenheuer und Witsch)
-1964 Carl Liner. Herausgegeben von seinen Freunden. Text: Walter Kern, Denys Chevalier, Noël Lorent
-1964 Appenzellerland. Maeder/Grosser/Zuberbühler
-1964 Anton Stankowski. Funktion und ihre Darstellung in der Werbegrafik
-1964 Min Grossvatter, de Schwaane Chored. Ida Niggli/Ruedi Peter
-1965 Groebli, René: Variation. Möglichkeiten der Farbfotografie, Teufen, Niggli
-1965 Armin Hofmann. Methodik der Form und Bildgestaltung
-1965 Claude Schnaidt/Hannes Meyer: Bauten, Projekte, Schriften
-1966 Pablo Picasso. Das graphische Werk 1954-1965 Einleitung: Kurt Leonhard
-1967 Typographie. Emil Ruder
-1966 Grafische Effekte und Motive in der Zeichnung
-1968 Bauen ein Prozess. Lucius Burckhardt/Walter Förderer
-1968 Hotels – international. Herbert Weisskamp (Hatje und Niggli)
-1969 Denkmodell Stadtraum: Planung Mensch-Umwelt. P.F. Althaus/A. Henggeler
-1969 Baubeschriebtexte für den Hoch- und Tiefbau. Hans Banz
-1970 Rainer Crone’s Monographie über Andy Warhol, Niggli Teufen, (für Deutschland Gerd Hatje).
-1970 So kocht man in Skandinavien. Elizabeth Craig
-1970 Carl Liner Leben und Werk 1871-1946. Franz Felix Lehni
-1971 Zeichen, Marken, Zinken. Kristin Bühler-Oppenheim
-1971 Pablo Picasso, Das plastische Werk von Werner Spies.
-1971 Vincent Haddelsey Pferde in der englischen Tradition. Übersetzt von Ida Niggli
-1971 Carl Liner 1871-1946. Zeichnungen. Ida Niggli/Arthur Niggli
-1971 Hans Jaenisch. Text: Karl Heinz Hoyer
-1971 Variationen 2. Kommunikative Möglichkeiten der Farbfotografie. René Groebli
-1971 Kofferraum der Welt. Alex Sadkowsky/Titine Mensch. Fotos Candid Lang Mit Sprechschallplatte (Wurde prämiert als eines der schönsten Schweizer Buch)
-1971 Geschischte der visuellen Kommunikation. Josef Müller-Brockmann
-1972 Kompendium für Alphabeten. Karl Gerstner
-1972 Kinder- und Jugendheime. Dieter Bilz
-1973 Walter Knapp. Schaufenster international 2. Window Display
-1973 Herbert Maeder. Appenzellerland. Text Ida Niggli
-1973 Funktionsmischung- Zur Planung gemischter Gebiete als Beitrag zur Zuordnung von Wohn- und Arbeitsstätten. Dr. Jürgen Wiegand (Burckhadt Berichte 1)
-1973 Jakob Engler. P. F. Althaus/D. Christ/H.P. Schreiber
-1973 Memento Urbi- Die Zukunft der Gesellschaft in der Stadt. Erhard J. Bernet
-1974 Pablo Picasso, das graphische Werk von Bernd Rau.
-1974 Die Altstadt von Zürich. Klaus Dorn
-1974 Photographie in der Schweiz von 1840 bis heute
-1974 Wohnungsbewertung. Ansprüche an Wohnungen und Messung der Wohnungsqualität. Frey/Arnold/Iblher
-1975 George Grosz, Leben und Werk. Uwe M. Schneede
-1975 Appenzeller Bauernmalerei. Ida Niggli
-1976 Pablo Picasso, Leben und Werk von F. A. Baumann.
-1976 Naive Kunst.Gestern und heute. Ida Niggli
-1977 Das Land der Appenzeller. Fotos: Elisabetz Schweizer Texte: Ida Niggli
-1977 Stadt als Heimat. Otti Gmür
-1978 Dada. William S. Rubin
-1981 Rastersysteme für die visuelle Gestaltung. Josef Müller-Brockmann
-1985 Traum und Wahrheit. Jürgen Glaesemer

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